März 2018
HAMBURGER WIRTSCHAFT 03 / 18 IM FOKUS 56 SMART CITY clevere Straßenlaternen und ressourcen- schonende Gebäude realisiert. Viele Ham- burger Unternehmen sind einbezogen. Ein Schwerpunkt des gemeinsam mit Nantes und Helsinki durchgeführten Pro- jekts ist E-Mobilität. Das neue Busdepot für E-Busse in Bergedorf wird gerade fer- tiggestellt, 90 Prozent aller kommunalen Fahrzeuge im Stadtteil verfügen bereits über einen E-Antrieb. In Bergedorf testet zudem gerade das ebenfalls von der EU geförderte Projekt „Smarticipate“ innova- tive digitale Beteiligungsverfahren. In Sachen Mobilität hat sich Ham- burgmittlerweile so gut positioniert, dass es gelungen ist, den ITS-Weltkongress 2021 in die Stadt zu holen. Mit Blick auf dieses Ereignis wird derzeit enorm viel angeschoben, um den Straßenverkehr zu verbessern, neue und nachhaltige Mobili- tätsangebote zu fördern und der E-Mobili- tät auf breiter Basis zum Durchbruch zu verhelfen. Das Smartphone wird für Bür- ger zur Mobilitätszentrale, um freie Park- plätze zu finden; das Tablet hilft Verkehrs- unternehmen, Container pünktlich aus dem Hafen auf die Straße zu bringen. Ganz vorne ist Hamburg auch beim Thema OpenData. Das Transparenzportal der Stadt bietet Datensätze aus der Verwal- tung an, die Bürger und Unternehmen nutzen können. Wissen frei zur Verfügung zu stellen, ist ein zentraler Aspekt der Hamburger Überlegungen zur Smart City. Im Rahmen der Initiative Hamburg Open Science etwa sollen Ergebnisse öf- fentlich finanzierter Hamburger For- schung und Lernressourcen frei zugäng- lich und einfach auffindbar sein. Die neue Informatik-Plattform ahoi.digital und die Hamburg Open Online University ergän- zen das Angebot. „Es gibt inHamburg eine engagierte Zusammenarbeit von Wirt- schaft, Wissenschaft und Verwaltung“, lobt auch CDO Pfromm. Die produktive Kooperation soll sich in einemneuen Pro- jekt manifestieren, das derzeit vor dem Kontorhaus Fruchthof am Oberhafen entsteht. Der privat finanzierte Hammer- brooklyn DigitalCampus will Unterneh- men bei Digitalisierungsprozessen unter- stützen, Netzwerke fördern und eine Keimzelle für neue Ideen sein. Die Initiatoren – das Hamburgische WeltWirtschaftsInstitut und die Kreativ- agentur Interpol Studios – wünschen sich Torsten Meise redaktion@hamburger-wirtschaft.de Telefon 36138-396 ILLUSTRATION: ANTON HALLMANN /SEPIA nicht zuletzt eine enge Zusammenarbeit mit der Handelskammer. Und diese hat das Thema Smart City längst auf der Agenda. So forderte Han- delskammer-Präses Tobias Bergmann kürzlich, das geplante neue Stadtviertel auf dem Kleinen Grasbrook zu einem in- ternational sichtbaren Leuchtturm zu entwickeln: „Ich wünsche mir, dass der Grasbrook künftig über Hamburg hinaus mit ‚Innovation‘ verbunden wird.“ Für Prof. Phillip Goltermann, Mit- glied imStadtentwicklungs-Ausschuss der Handelskammer, besitzt Hamburg sehr gute Voraussetzungen, um imWettbewerb der Städte eine wichtige Rolle bei der Digi- talisierung zu spielen. Die Stadt sei ein gutes Labor für Lösungen, die dann auch von anderen Städten übernommen wer- den könnten. „Die Handelskammer könnte hier auch in Zukunft Katalysator sein und Best Practices fördern“, so der Partner beim Projektmanagement- und BeratungsunternehmenDrees & Sommer. Nach seiner Einschätzung ist die Stadt auf gutem Weg und muss dabei unterstützt werden. „Hamburg glänzt bereitsmit Fak- ten“, so Goltermann unter Verweis auf di- gitale Planungen, innovative Hochschu- len, neue Studiengänge und ein vielfältiges Mosaik an Projekten. Die Wirtschaft müsse sich nun darauf einlassen.
Made with FlippingBook
RkJQdWJsaXNoZXIy MzU5OTQ1