März 2018
D r. Sandra Garbade (46) ist promovierte Wirtschaftspädago- gin und studierte in Göttingen. Als gelernte Bankkauffrau absolvierte sie berufliche Stationen bei Kreditinstituten und einer Unternehmensberatung, bevor sie 2007 in den Hambur- ger Schuldienst eintrat. Neben ihrer Lehrtätigkeit war Garbade am Hamburger Institut für Berufliche Bildung (HIBB) auch mit der 2013 beschlossenen Schulentwicklungsplanung befasst. 2015 wechselte sie als Schulaufsicht ganz in die Zentrale des HIBB. Im Januar 2017 übernahm sie dort kommissarisch die Leitung eines Geschäftsbereichs. Seit August 2017 ist sie die Geschäftsführerin des HIBB. HW: Welche berufliche Station ist für Sie besonders nützlich für Ihre Herausforderung imHIBB? Dr. Sandra Garbade: Jede Station war zum jeweiligen Zeit- punkt wichtig. Auf meinemWeg habe ich jeweils zehn Jahre in der Wirtschaft und zehn Jahre im schulischen Bereich gearbeitet. Ich bin also in beiden Welten zu Hause. Das ist ein gutes Fundament für die neue Aufgabe, in der ich häufig auch eine Vermittlerposi- tion einnehmen muss. Neu für mich ist es, im öffentlichen Fokus zu stehen. Daran muss ich mich noch gewöhnen. HW: Welche Schwerpunktthemen sehen Sie in den nächsten Jah- ren und welche Ziele haben Sie sich gesetzt? Attraktivität der dualen Berufsbildung, Berufsorientierung, Digitalisierung und Schulentwicklung. Die außerordentlich gute Zusammenarbeit zwischen berufsbildenden Schulen, Betrieben, den Verbänden, Innungen, Kammern sowie den Sozialpartnern ist eine gute Voraussetzung, Konzepte zu entwickeln. Für Schul- abgänger muss die berufliche Bildung insgesamt attraktiv sein. Dies gilt sowohl für Abiturienten als auch für Schüler mit Förder- bedarf. HW: Sind die beruflichen Schulen eigentlich für die Digitalisie- rung gewappnet? Die beruflichen Schulen sind ja Teil des dualen Systems und haben damit starke Partner an ihrer Seite. Im Zuge der Digitali- sierung wird es für uns immer wichtiger, Verständnis für be- HAMBURGER WIRTSCHAFT 03 / 18 KARRIERE 34 Im Interview mit der HW spricht Dr. Sandra Garbade, Geschäftsführerin des Hamburger Instituts für Berufliche Bildung (HIBB), über die Zusammenarbeit zwischen Schulen und Betrieben, Schulentwicklungsplanung und Digitalisierung. Vermittlerposition triebliche Prozesse und die veränderte Arbeitswelt zu entwi- ckeln, um den Schülerinnen und Schülern entsprechende Hilfestellungen geben zu können. Unsere Schulen sind Fachbe- rufsschulen. Das bedeutet, dass die Lehrkräfte für ihre jeweilige Branche die entsprechende Expertise haben und diese stetig weiterentwickeln. Zudem spielen die Lernortkooperationen eine wichtige Rolle beim gemeinsamen Austausch der dualen Partner. In den letzten Jahren ist der Schulentwicklungsplan umgesetzt worden. Dieser wird durch umfangreiche Baumaß- nahmen für moderne Schulgebäude mit einer flächendecken- den IT-Ausstattung flankiert. HW: Ist der 2013 beschlossene Schulentwicklungsplan umgesetzt? Ja, aus 44 beruflichen Schulen sind 32 entstanden. Abge- schlossen ist das aber noch nicht. Etliche Schulen sind fusioniert oder kooperieren inzwischen miteinander. Eine Fusion ist aber nicht damit abgeschlossen, dass ein gemeinsamer Name geführt wird. Es ist vielmehr ein Prozess, der systematisch begleitet und weiterentwickelt werdenmuss. Vor dieser Aufgabe stehen wir nach wie vor. Einige Fusionen liegen bereits ein paar Jahre zurück. Hier haben wir gute Erfahrungen gemacht und daraus Konzepte zur Begleitung der aktuellen Fusionsschulen entwickelt. An drei Schu- len haben wir zurzeit noch eine besondere Situation: Die Bauvor- haben sind noch nicht abgeschlossen, die Fusionen jedoch schon vollzogen. Die Kolleginnen und Kollegen müssen also bis zum Ende der Baumaßnahmen noch räumlich getrennt voneinander arbeiten. FOTO: CHRISTIAN STELLING
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