März 2018

HAMBURGER WIRTSCHAFT 03 / 18  STANDORT 30 FOTOS: STEFAN MALZKORN Myriam Sorgenfrei will sich von ihrer Event-Firma trennen. Die Handelskammer hilft ihr und anderen Unternehmern dabei, ihre Nachfolge zu organisieren. In gute Hände abzugeben F ür die meisten Unternehmer, die zur Nachfolge- beratung in die Handelskammer kommen, ist es kein leichter Schritt. Schließlich ist das Vorhaben, die eigene Firma abzugeben, mit vielen Erinnerungen verbunden. Herzblut, viele Jahre Arbeit, persönliches Engagement, schwierige Entscheidungen und durch- gestandene Sorgen haben den Betrieb geprägt. Aber nicht immer muss der Wunsch nach einer Abgabe mit dem Alter zu tun haben. Bestes Beispiel: Myriam Sorgenfrei (50) von der Event-Firma Spielgale- rie Hamburg. Sorgenfreis Name ist Programm: Mit ih- remUnternehmen hilft sie Eltern bei der Organisation von Kindergeburtstagen. Für die Partys werden Kos- tüme und Schminke geliefert – inklusive Ideen zum Motto, passender Spiele und Musik. Auf Wunsch kann sogar für ein Animationsprogramm gesorgt werden. Die Inhaberin hat das Unternehmen 1995 gegründet und schrieb von Anfang an schwarze Zahlen. Nicht zu- letzt, weil die Eventbranche boomt. Für Sorgenfrei ist das trotzdem kein Grund, wei- terzumachen. Die Veranstaltungs-Expertin möchte neue Wege gehen und, wie sie sagt, „kreative Projekte starten, die möglicherweise in eine touristische Zu- kunft münden“. Deshalb sucht sie nach einem geeig- neten Nachfolger. Ihr großes Netzwerk wird Sorgenfrei teilen, und auch die gut ausgebildeten Mitarbeiterin- nen stehen demÜbernehmer zur Verfügung. Damit macht die 50-Jährige sehr viel richtig. Eine frühzeitige Planung ist unerlässlich. So kommt gar nicht erst Druck auf, aufhören zu müssen. Sorgenfrei führt ihr Unternehmen weiterhin mit Leidenschaft und entwickelt trotz Vorbereitung der Nachfolge neue Ideen. „Halbe Sachen sind nicht mein Ding!“, sagt sie. Solch eine Einstellung ist nicht selbstverständ- lich. Senior-Unternehmern fällt es oft sehr schwer, rechtzeitig den Absprung zu finden. Das ist verständ- lich, aber im Grunde gilt es aufzuhören, wenn es noch richtig Freude macht. Und es ist besser, dann in die Planung einzusteigen, wenn das Arbeitsende noch in weiter Ferne liegt. Zumal die arbeitsreiche und kom- plexe Nachfolgeplanung während des laufenden Ge- schäftes erfolgen muss. Neben Regelungen zu Steuern und Recht spielen auch Unternehmensbewertung und Kommunikation eine tragende Rolle. Es gibt hier keine Pauschalstrate- gie. Wann und wie ein Unternehmer seinen Mitarbei- tern und Geschäftspartnern den geplanten Ausstieg kommunizieren soll, ist individuell verschieden. Myriam Sorgenfrei gründete ihre Firma vor 23 Jahren

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