März 2018

FOTOS: WITTERS, BARCLAYCARD ARENA, HOMUNKULUS28 /STOCK.ADOBE.COM; MONTAGE: RÜDIGER LAUKTIEN /STILKNECHT.DE HAMBURGER WIRTSCHAFT 03 / 18  TITEL 15 S port total digital. Auf dem Weg in den Volkspark wird deutlich, dass heute zwei vollkommen unterschied- liche Fan-Gruppen unterwegs sind. Viele mit einem Bier ausgestattet, laut grölend und über die Vereine, Liga oder Spieltaktik meckernd, ziehen Fußballfans Richtung Volksparkstadion. Die zweite Gruppe über- wiegend junger Männer ist amFachsimpeln über Computerspiele und Technik, trinkt Soft- oder Energydrinks und geht entspannt und unauffällig zur Barclaycard Arena. Am letzten Oktoberwochenende 2017 wurde dort mit der „ESL One – Dota 2“ ein eSport-Großevent der Superlative zele- briert. An zwei Tagen waren 20000 Besu- cher vor Ort; parallel verfolgten auf der ganzen Welt 20 Millionen Zuschauer on- line das Turnier, das für die acht qualifi- zierten Teams mit rund einer Million Dol- lar Preisgeld dotiert war. Unter der englischen Abkürzung eSport (elektronischer Sport) wird der in- zwischen oft professionelle Wettkampf in Computer- und Videospielen bezeichnet, der in der Regel im Mehrspielermodus durchgeführt wird – oft auch als Mann- schaftssport. Die aktuellen Zahlen sind beeindru- ckend: Laut einer Umfrage der Marktfor- scher von YouGov sind in Deutschland be- reits mehr als vier Millionen Gamer schon einmal professionell angetreten. Knapp drei Millionen sind sogar regelmäßig auf Turnieren oder in Ligen vertreten. Nach Spieler- und Zuschauerzahlen kann der eS- port hierzulande längst als Breitensport bezeichnet werden. Weltweit gab es laut „Statista“ 2017 rund 365 Millionen eSport- Spieler und -Fans. Die Analysten von New- zoo erwarten bis 2020 sogar ein Wachstum auf 600 Millionen Spieler und einen Um- satzanstieg auf 1,15 Milliarden Euro. Im Milliardenmarkt eSport mischen in Hamburg ansässige Firmen vorne mit. Steve Schwenkglenks, General Manager der Barclaycard Arena, ist selbst seit 30 Jahren aktiver Gamer, spielt seit 18 Jahren kompetitiv online und gilt als Experte in der jungen eSport-Szene. Er bringt die Faszination perfekt auf den Punkt: „Der spannende und beeindru- ckende Unterschied des eSports zum nor- malen Liga-Sport (Fußball, Eishockey, Handball) sind der Umgang miteinander und der Respekt gegenüber dem gegneri- schen Team und dessen Fans. Die Fans feiern gemeinsam vor und nach den Spie- len, machen gemeinsame Fotos von sich selbst oder mit den Cosplayern.“ Das sind Teilnehmer, die sich verkleiden und einen Computerspiel-Charakter darstellen. Mit der Barclaycard Arena verfügt Hamburg über einen perfekt ausgestatte- ten Tempel für eSport-Großveranstaltun- gen. So hat der Hallenbetreiber, die An- schutz Entertainment Group, in den letzten Monaten sehr viel in die IT-Infra- struktur investiert. Allen Besuchern steht ein kostenloses HD-WiFi zur Verfügung, für die Zielgruppe heutzutage ein absolu- tes Muss. TITEL Digitaler Spitzensport Computerspiele werden zum Event. Millionen machen beim eSport mit, Hunderte von Millionen werden umgesetzt. Hamburg ist ein idealer Standort für den neuen Breitensport.

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