FEBRUAR/MÄRZ 2026
Hamburger Be- triebe, die am Venture-Clien- ting-Programm interessiert sind, können sich an Sascha Jacobi wenden (Leitung Scaleup Hamburg, HIWHamburg In- vest Wirtschafts- förderungsgesell- schaft mbH, Wexstraße 7, 20355 Hamburg, 040 227019-47, 0152 29411994, sascha.jacobi@ hamburg-invest. com). Infos: www.hamburg- business.com Sabina Schaal, Business Development Managerin bei altona Diagnostics TORSTEN MEISE teile. Louis erhält eine KI-Enterprise-Search, die in- dividuell zugeschnitten ist und bessere Ergebnisse verspricht als die Angebote großer Konzerne. Das Start-up hingegen kann seine Technologie in der Pra- xis eines großen mittelständischen Betriebes weiter- entwickeln. Kooperationen schließen Gefunden haben sich beide Partner im Rahmen des „Scaleup Hamburg“-Angebotes von Hamburg Invest. Der neue Service, 2025 mit einer Pilotphase angelau- fen, soll etablierten Hamburger Betrieben dabei hel- fen, Innovationslösungen zu finden und einzufüh- ren, indem er sie mit führenden internationalen „Scale-ups“ zusammenbringt – also jungen Unter- nehmen, die sich bereits in einer Wachstumsphase befinden. Angestrebt wird die gemein- same Entwicklung eines indivi- duellen „Use Case“ („Anwendungs- fall“), basierend auf den konkre- ten Herausforderungen des je- weiligen Unternehmens. Über Hamburg Invest erfolgt dann die Suche nach internationalen Start-ups, die eine passende Lö- sung bieten könnten. Fachleute begleiten zudem einen praxis- orientierten und kuratierten Prozess, um die Zusammenar- beit erfolgreich einzuleiten und umzusetzen. An dieser Stelle kooperiert Hamburg Invest mit Stratosfare, einer Initiative des Clusters „it’s OWL“ mit Sitz in Paderborn, das von Unternehmen wie Miele und WAGO initiiert wurde. Das Team arbeitet nach dem sogenannten „Venture-Clienting-Modell“, bei dem etablierte Firmen frühe Kunden von Start- ups werden, um deren Technologien auf Produkte, Prozesse oder Geschäftsmodelle des eigenen Unter- nehmens anzuwenden. Sandra Zech, Head of Digital Transformation and Strategy bei Louis, beschreibt die Motivation, über Hamburg Invest eine Kooperation mit einem Unternehmen aus der Start-up-Welt zu suchen: „Ein normaler Beschaffungsprozess hätte uns nur zu eta- blierten Anbietern geführt.“ Louis sei auf der Suche nach einem „Speedboat“ gewesen, um eine innova- tive Lösung zu finden, die Zeit und Kosten spart und das Unternehmenwettbewerbsfähigermacht. Genau das habe dank „ScaleupHamburg“ funktioniert. Innovationshindernisse beseitigen Die Investitionsneigung mittelständischer Unter- nehmen in Deutschland wird von vielen Studien ne- gativ eingeschätzt. Vor allem bei Digitalisierung und KI gibt es weiter großen Nachholbedarf. Laut KfW- Mittelstandspanel 2025 haben nur 39 Prozent der mittelständischen Betriebe in letzter Zeit Investi- tionsprojekte umgesetzt – einWert nahe demAllzeit- tief. Vielen kleineren Firmen fehlen zudem leis- tungsstarke Innovationsabteilungen. Sie sind eher auf ihr Kerngeschäft fokussiert und haben kaum Ka- pazitäten, um auf „Nebenschauplätzen“ Innovatio- nen systematisch voranzutreiben. Ein Beispiel ist altona Diagnostics, ein moleku- lardiagnostisches Unternehmen, das PCR-basierte Nachweise für Infektionserreger anbietet. Es entwi- ckelt und produziert PCR-Kits und eine PCR-Auto- mation in Hamburg, nachgefragt von Laboren welt- weit. Die PCR-Tests unterliegen im Versand hohen regulatorischen Anforderungen und benötigen eine konstant niedrige Temperatur von minus 15 Grad Celsius. Für diese Auf- gabe sucht altona Diagnostics neues Verpackungsmaterial, das nachhaltiger ist als das bislang verwendete, ohne Qualität und Compliance zu gefährden. „Wir wollen unsere Markt- position stärken, indem wir Kunden eine einfachere und nachhaltigere Handhabung er- möglichen – so reduzieren wir deren Entsorgungskosten und schaffen echten Mehrwert“, erläutert Sabina Schaal, Business Development Managerin des Unterneh- mens, die Bedeutung des Vorhabens. „Der struktu- rierte Deep-Dive mit externer Unterstützung hat es uns ermöglicht, dieses Thema trotz begrenzter inter- ner Kapazitäten zielgerichtet voranzutreiben.“ Durch die Zusammenarbeit mit Hamburg Invest und Stratosfare gelang es mithilfe des internationa- len Netzwerkes der Venture-Clienting-Fachleute re- lativ schnell, zwei Start-ups zu identifizieren, die den hohen technischen, regulatorischen und logisti- schen Anforderungen der Molekulardiagnostik ge- recht werden. Derzeit laufen die ersten Perfor- mance-Tests. Seit Anfang dieses Jahres können mehr Ham- burger Firmen ähnliche Erfolgsgeschichten schrei- ben. „Scaleup Hamburg“ ist jetzt ein durchgängiges Service-Angebot von Hamburg Invest, das sich an hiesige KMU richtet. Geplant ist, 25 bis 30 Betriebe durch den Venture-Clienting-Prozess zu begleiten. Für förderfähige kleine und mittelständische Unter- nehmen sind die Service-Bausteine kostenlos. WWW.HANDELSKAMMER-HAMBURG.DE 55 WIRTSCHAFTS FÖRDERUNG
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