FEBRUAR/MÄRZ 2026

Lehrgang Der fünftägige Zertifikatslehr- gang „Lerncoach in der betrieb- lichen Ausbil- dung“ der HKBiS vermittelt praxis- nah, wie sich jun- ge Auszubildende zeitgemäß beglei- ten lassen. Die Teilnehmenden lernen, eine mo- derne Lernumge- bung zu gestalten, in der digitale Me- dien gezielt zum Einsatz kommen – vom Video über Apps und Pod- casts bis zur KI- gestützten Lern- hilfe. Das ermög- licht, das Potenzial von Azubis früh- zeitig zu erkennen und die eigene Rolle als Ausbil- dender neu zu definieren. 2026 finden die Lehr- gänge vom 23. bis zum 27. Februar und vom 2. bis zum 6. November statt. Infos und Anmeldung: www.t1p.de/ Lerncoach-hkbis Pinktum-CEO Joachim Pawlik (re.) präsentierte seine Software auf der Messe „Zukunft Personal Europe“ in Köln. BIRGIT REUTHER Generationsübergreifend lernen Ein ganzheitliches Enablement imUmgang mit KI ist auch für Tchibo ein wichtiges Ziel. Allerdings, betont Henning Kosmalla, Head of AI Engineering & Plat- formbei demKonsumgüterunternehmen: „Wenn KI- Lösungen effektiv sein sollen, bringt es nichts, sie einfach pauschal zentral aufzusetzen.“ Das Potenzial liege in den Fachabteilungen, die auf Grundlage ihres praxisbezogenen Know-hows zumBeispiel eigene KI- Agenten erstellen. In der internen Weiterbildung wird KI bei Tchibo unter anderem genutzt, um das Wissen von Mitarbeitenden in Datenbanken zur Verfügung zu stellen. Auch das Onboarding von Azubis lasse sich dank des unternehmenseigenen KI-Chats, bei dem sie Informationen im Dialog abfragen können, effizi- enter gestalten. Grundsätzlich sei KI bei Tchibo aber keine reine Management-Entscheidung von oben, sondern verbreite sich „bottom up“. „Dass KI ange- nommen wird, hängt auch stark davon ab, dass die Mitarbeitenden Spaß daran haben“, ist Kosmalla überzeugt. Die Frage des verantwortungsbewussten und nachhaltigen Einsatzes von KI in Unternehmen be- schäftigt auch Anselm Fehnker, Senior AI Project Manager beim Artificial Intelligence Center Ham- burg (ARIC). Er berät Start-ups, KMU und Konzerne bei der erfolgreichen Umsetzung von KI-Projekten. Dabei setzt das ARIC-Team auch verstärkt bei den Azubis von morgen an und bietet eine Reihe von Lernformaten. Highlight dieses Engagements war eine mit der Universität Hamburg veranstaltete KI- Arena: Schülerinnen und Schüler sowie Mitarbei- tende großer Unternehmen traten hier gegeneinan- der an, um unterhaltsame KI-Challenges zu bewälti- gen – von Robotik bis zu Bildgenerierung. Angesagt ist also wechselseitiges Lernen unter den Generationen. „In den Unternehmen hat kaum jemand schon seit zehn Jahren oder länger mit KI ge- arbeitet“, sagt Fehnker. „Gerade sind wir an einem Punkt, wo viele Firmen eigene Pilotprojekte zum Lernen mit KI starten und Fortbildungsanbieter das Thema vorantreiben.“ Im Dialog mit dem KI-Coach Einer dieser Anbieter ist das in München und Ham- burg ansässige E-Training-Unternehmen Pinktum, das auf die Verbesserung von „Soft Skills“, also etwa Gesprächs- und Führungskompetenzen, speziali- siert ist. Dazu hat es den dialog-basierten KI-Coach PINKpro entwickelt: Damit durchlaufen die Nutzen- den digitale Lernpfade, die auf ihren individuellen Entwicklungsbedarf ausgerichtet sind. Eingesetzt wird der KI-Coach etwa beim Ham- burger Textildienstleister Elis, der an 49 Standorten in Deutschland und Österreich präsent ist. „Vor zwei Jahren haben wir begonnen, unsere Weiterbildungs- angebote vor Ort mit Online-Trainings zu kombinie- ren“, erklärt Sascha Wiemer, Commercial Director ICS & Hospitality bei Elis. „Die Menschen lernen heute einfach anders. Sie nutzen kurze Formate auf dem Smartphone und sind daran gewöhnt, Inhalte über Podcasts aufzunehmen.“ Bei Elis können sich zum Beispiel Mitarbeitende aus dem Vertrieb unterwegs mit PINKpro unterhal- ten und so auf bestimmte Zielgruppen und Situatio- nen vorbereiten. „Sie können im Rollenspiel ein Ge- spräch mit potenziellen Kunden simulieren und so ihren Pitch und ihre Argumentation trainieren“, er- läutert Wiemer. Im Anschluss gibt das Voice-to- Voice-Modell noch ein schriftliches Feedback. Führungskräfte wiederum können damit unter anderem Meetings produktiv planen. „Zu jeder Fra- gestellung liefert PINKpro konkrete Ideen, persön- lich zugeschnittene Lösungsvorschläge und vertie- fende Angebote, etwa ein ausführlicheres Training zu Konfliktmanagement“, erklärt Kristina Behrend, Head of Communications bei Pinktum. So individua- lisiert Künstliche Intelligenz das Lernen im Unter- nehmen Schritt für Schritt. WWW.HANDELSKAMMER-HAMBURG.DE 53 KÜNSTLICHE INTELLIGENZ . - .

RkJQdWJsaXNoZXIy MjI2ODAz