FEBRUAR/MÄRZ 2026
Lösungen für eine rasante Welt Ob es um KI-Revolution oder Generationenverständnis geht, um Technologie oder Menschen: Lebenslanges Lernen wird heute immer wichtiger. Mit gezielten Fort- bildungen können Unternehmen ihre Mitarbeitenden dabei aktiv unterstützen. Die HKBiS bietet zahlreiche Kurse und Fortbildungen im Campus 75 am Rödingsmarkt oder direkt im Unternehmen an. Kottlers einwöchige Zertifikatskurse „KI User IHK“ und „KI Manager IHK“, die sich auch zum „AI Professional IHK“ kombinieren lassen, sind derzeit der Renner. „Aktuell konzentrieren sich die Unter- nehmen stark auf die Zukunft, um gut aufgestellt zu sein“, sagt Christian Hameister, der bei der HKBiS das Marketing verantwortet. „Deshalb sind alle An- gebote rund um KI sehr gefragt.“ Aber auch Themen wie Betriebliches Gesundheits-, Klimaschutz- oder Nachhaltigkeitsmanagement seien sehr beliebt. Nicht gebuchte Kurse gebe es bei der HKBiS prak- tisch nicht, da sich ihr Weiterbildungsangebot kon- sequent amBedarf der Unternehmen ausrichte. Berufe imWandel Michaela Beck ist seit Januar Geschäftsführerin der HKBiS. Gemeinsam mit Armin Grams, Leiter des Handelskammer-Geschäftsbereichs „Fachkräfte und Lebenslanges Lernen“, hat sie es sich zur Aufgabe ge- macht, mit einem Kursangebot und Abschlüssen, die bis zum Bachelor und Master reichen, auf die Be- darfe derWirtschaft einzugehen. Neben Fachkräftemangel spürt man derzeit vor allem eine Verschiebung von Tätigkeiten und Kom- petenzprofilen: KI, Automatisierung und digitale Tools verändern Aufgaben in nahezu allen Funktio- nen, besonders in Verwaltung und Backoffice, Kun- denservice, Projektarbeit und Führung. In vielen Be- trieben entsteht eine neue Realität, in der Mitarbei- tende im Tandem mit digitalen Mitarbeitenden und Agenten arbeiten. Für Michaela Beck stehen daher Tätigkeitstrans- formationen im Mittelpunkt der Bedarfe. Sie beob- achtet beispielsweise, dass Firmen derzeit systema- tisch entscheiden müssen, welche Aufgaben gut durch KI unterstützt oder sogar automatisiert wer- den können – und welche nicht: Dauerhaft human- zentriert bleiben etwa Fähigkeiten wie Urteilskraft und Verantwortung, Kundenbeziehungen, Verhand- lungs- und Führungsgeschick, Kreativität und Ab- wägungen in Compliance-Fragen. D ie „umfassend gebildete Persönlichkeit“ galt lange als Bildungsideal, und schon in Zeiten, in denen der technologische Fortschritt et- was weniger rasant als heute verlief, war ständige Weiterbildung wichtig, um im Arbeitsalltag flexibel zu bleiben. Angesichts der immer schnelleren Ver- änderungen ist lebenslanges Lernen allerdings in- zwischen zu einem entscheidenden Faktor der Zu- kunftssicherung geworden. Das weiß etwa Frank Kottler, freier Dozent an der HKBiS, dem Bildungs-Service der Handelskam- mer. Der Experte für Künstliche Intelligenz, der sich auf KI-Technologien und deren Einsatz in Unterneh- men spezialisiert hat, kommt ursprünglich aus der IT-Strategieberatung und kennt die aktuellen Wün- sche der Betriebe. „Mir fällt vor allem auf, wie stark die Ansprüche an Technologiemündigkeit im Beruf steigen“, sagt er. „Skills, die wir früher an die IT-Ab- teilung ausgelagert oder von extern eingekauft ha- ben, werden jetzt zum integralen Bestandteil des Jobs.“ Oft gehe es um Geschäftsprozesse. Jeder träume davon, Abläufe imBüro zu automatisieren. HAMBURGER-WIRTSCHAFT.DE 50 FOTOS: KATI JURISCHKA LEBENSLANGES LERNEN
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