FEBRUAR/MÄRZ 2026

Coaching Unterstützung bei der Berufswahl und Lehrstellen- suche bietet das Projekt „come in“. Es hilft 18- bis 25-Jährigen, Kri- sen zu bewältigen, eigene Stärken zu entdecken und eine Berufspers- pektive zu entwi- ckeln. Dazu die- nen drei wöchent- liche Coaching- stunden über ma- ximal sechs Mo- nate. Ebenfalls an nicht schulpflich- tige junge Er- wachsene richtet sich CatchUp, das bei psychischen Problemen hilft. Beide Programme befinden sich in der Regelförde- rung der Stadt Hamburg und werden vom Bil- dungsträger gsm durchgeführt. Wer junge Talente akquirieren möchte, die die Programme durchlaufen ha- ben, kann sich an Stefan Dükomy wenden, Projekt- leiter „U25 Ham- burg“ bei gsm (s.duekomy@ mein-gsm.de ). Über das Feststellungsverfahren erreichte Hasti Baharak Clausen eine Validierung als Kau rau für Büromanagement. BIRGIT REUTHER Teilnehmenden erhalten ein Zeugnis oder einen Be- scheid, dass ihre Kompetenzen mit einem Ausbil- dungsabschluss vollständig oder überwiegend ver- gleichbar sind. „Das Verfahren basiert nicht auf einer klassi- schen Ausbildungsabschlussprüfung, sondern hat den Charakter einer praktischen Prüfung“, erläutert KlausMansutti, Leiter der Handelskammer-Abteilung „Ausbildung und Prüfungsorganisation“. Prüfende der Handelskammer bewerten die Kompetenzen der Teilnehmenden im Verhältnis zu einem offiziell aner- kannten Referenzberuf. Am meisten gefragt war das Verfahren inHamburg bisher bei Kaufleuten für Büro- management, im Hotel- und Gaststättengewerbe so- wie bei technisch-gewerblichenBerufen. Am Anfang steht dabei eine ausführliche Bera- tung. Umdanach einen Antrag zu stellen, müssen die Interessierten ihre beruflichen Fähigkeiten entlang ihres Lebenslaufes dokumentieren und mit Arbeits- nachweisen belegen. Im Feststellungsverfahren wer- den die vorhandenen Kompetenzen dann ermittelt und bewertet. „Gerade für ältere Arbeitskräfte ist das eine tolle Sache“, sagt Mansutti. „EinMaschinen- und Anlagenführer mit Mitte 40 zum Beispiel kann nicht zwischendurch eine Ausbildung machen und mit diesemGehalt seine Familie finanzieren.“ Das Feststellungsverfahren ist zwar mit bis zu 2000 Euro nicht günstig, erhöht aber die Arbeits- marktchancen unmittelbar und praxisnah. Unter- nehmen können die Qualifikationen von Bewerben- den so besser einschätzen oder das Verfahren auch proaktiv bereits bestehenden Mitarbeitenden zur Weiterentwicklung anbieten. Eine Validierung als Kauffrau für Büromanage- ment erreichte etwa die Hamburgerin Hasti Baharak Clausen. Die studierte Grafikdesignerin hat lange in der Werbung sowie in der systemischen Beratung und Familientherapie gearbeitet, häufig auf Projekt- basis. „Gefühlt beschäftige ich mich seit 40 Jahren mit Buchhaltung“, erzählt Clausen. „Bei Bewerbun- gen im öffentlichen Dienst habe ich aber immer Ab- sagen erhalten.“ Was fehlte, war der kaufmännische Abschluss. „Ich habe mich im gesamten Prozess sehr gut aufgehoben gefühlt“, sagt die 52-Jährige über das Feststellungsverfahren. „Es gab bei jedem Schritt schnelle Unterstützung.“ Unter anderem erhielt sie Literaturempfehlungen, um aktuelle Standards zu erlernen. Am Prüfungstag selbst erledigte sie ver- schiedene Aufgaben, von der Veranstaltungsorgani- sation bis zur Excel-Anwendung. „Das war kompakt und anspruchsvoll“, erinnert sie sich. Und es hat sich gelohnt. Clausen erhielt eine gleichwertige Anerken- nung und arbeitet jetzt bei der Jugendberufsagentur in der Sachbearbeitung und Koordination. Trotz des hohen Aufwands, den die individuelle Betreuung erfordert, ist Mansutti von demVerfahren überzeugt: „In Hamburg erbringen wir gerade Pio- nierleistung und entwickeln viele Standards, die wir mit Kammern bundesweit teilen.“ HAMBURGER-WIRTSCHAFT.DE 48 FOTO: HASTI TALENTE ERKENNEN

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