FEBRUAR/MÄRZ 2026

Handelskammer- Präses Prof. Norbert Aust (li.) besuchte 2025 den Stand der KAUSA-Landesstelle auf dem „Marktplatz der Begegnungen“. Perspektiven bieten Die Ausbildung von Jugendlichen mit Flucht- oder Migrationshintergrund bietet viel Potenzial – und ist weniger herausfordernd, als manche vermuten. Strategie Wie lassen sich Menschen mit Migrationshinter­ grund besser in den Hamburger Arbeitsmarkt integrieren? Mit diesem Thema befasst sich ein Positionspapier der Handelskam­ mer. Es benennt die zentralen Handlungsfelder – von Sprache und Kultur über Anerkennung und Qualifikation bis zu Arbeits­ anreizen: www. handelskammer- hamburg.de/ positionspapier- fachkraefte Arzu Pehlivan, Projektleiterin der KAUSA- Landesstelle Hamburg bindet Betriebspraktika, Sprachförderung am Lern- ort und Berufsschulunterricht. Das 2014 gestartete Projekt ist ein voller Erfolg: Laut dem Hamburger In- stitut für Berufsbildung (HIBB), Träger der Berufsvor- bereitungsschule, schlossen 976 AvM-Dual-Teilneh- mende im Jahr 2024 erfolgreich ihre Ausbildung ab, von denen 513 direkt im Anschluss einen Ausbildungs-, Schul- oder Arbeitsplatz fanden. „Dank der guten Berufsvorberei- tung sind viele Jugendliche mit Migra- tionshintergrund in eine Ausbildung gekommen“, betont Armin Grams. Und er unterstreicht die positiven Auswir- kungen auf den Ausbildungsmarkt: „Das hat die seit Jahren etwas rückläu- figen Bewerberzahlen abgemildert.“ Beratung ist gefragt Bei der Ausbildungsberatung und -vermittlung hilft etwa die KAUSA-Landesstelle Hamburg, ein Projekt von ASM e.V. (siehe Randspalte). Im vergangenen Jahr hat ASM 557 meist zweisprachige Ausbildungs- R und 41 Prozent der Hamburger Bevölkerung haben Migrationshintergrund – Ausdruck der Attraktivität einer Handelsstadt, deren Wohl- stand seit jeher auf ihrer Weltoffenheit beruht. Doch um den Fachkräftebedarf der kommenden Jahre zu decken, ist nicht nur weiterer Zuzug aus dem Ausland nötig. „Wir brauchen auch alle Kräfte, die hier vor Ort sind, und möchten, dass neu Zugewanderte schnell in den Arbeitsmarkt integriert werden“, sagt Armin Grams, Leiter des Handelskammer-Geschäftsbereichs „Fachkräfte und Lebenslanges Lernen“. Die hierfür erforderlichen Maß- nahmen hat die Kammer in einemPosi- tionspapier benannt (siehe Rand- spalte), und dazu gehört auch die Investition in die Ausbildung junger Geflüchteter oder Zugewanderter. Etwa durch Sprach- und Integrationskurse, durch eine Einstiegsqualifizierung (siehe Seite 46) – oder die „Ausbildungsvorbereitung für Migranten“ AvM Dual. Der zweijährige Bildungsgang für schulpflichtige 16- bis 18-Jährige mit geringen Deutschkenntnissen ver- HAMBURGER-WIRTSCHAFT.DE 44 FOTOS: ULRICH PERREY, KAUSA, FELIX SCHOEN

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