FEBRUAR/MÄRZ 2026
Die Handelskam- mer bietet eine Reihe von Pro- grammen, die Fir- men beim Anwer- ben von Azubis unterstützen. Beim Azubi- Speeddating „Meet&Match“ treffen Personal- verantwortliche der Hamburger Wirtschaft in Ein- zelgesprächen auf Interessierte, um kurzfristig Ausbil- dungsverhältnisse einzugehen. www. handelskammer- hamburg.de/ meetandmatch Auf der „Hanseati- schen Lehrstellen- börse“ präsentie- ren Firmen ihre freien Ausbil- dungsplätze. www. handelskammer- hamburg.de/lehr stellenboerse Die „Virtuelle Hanseatische Lehrstellenbörse“ ist jederzeit ab- rufbar unter www. handelskammer- hamburg.de/vhlb . Der TikTok-Kanal die.azubis vermit- telt unter dem Hashtag #kön- nenlernen ein po- sitives Bild von Ausbildungsberu- fen und unter- stützt Unterneh- men dabei, Teil der bundesweiten Azubi-Kampagne zu sein. Mehr Infos auf der Handelskammer- Bildungsplattform für Lebenslanges Lernen: www. handelskammer- hamburg.de/LLL Helge Zimmer, Geschäftsführer der Agentur Brandforce Stephanie Niesen, Director People & Culture bei Gebr. Heinemann BIRGIT REUTHER wir auf die HBB ,branden‘, und mischen sie mit eige- nen Ideen.“ Die Organisation läuft über eine Whats- App-Gruppe sowie über kurze Wochenmeetings. Einmal im Monat wird der Content ausführlich ge- plant. TikTok fokussiert sich auf die Jüngeren, der Instagram-Kanal soll alle Generationen ansprechen. Und der Erfolg stellt sich langsam ein, betont Lipp: „Erste Bewerbende beziehen sich bereits auf unse- ren TikTok-Auftritt.“ Ehrliche Einblicke statt Hochglanz Helge Zimmer, Geschäftsführer der Agentur Brand- force, sieht diese Art von Azubi-Influencing als weg- weisend für das Recruiting. „Die Frage ist immer: Wie stelle ich mich auf Augenhöhe dar?“, sagt der Personalmarketing-Experte. Statt Hochglanzbro- schüren mit gestellten Fotos seien heute ehrliche Einblicke gefragt. Für den Lebensmittelhersteller Carl Kühne hat Brandforce zum Beispiel ein Work- shopformat mit den dortigen Azubis entwickelt. „Wie lassen sich mehr Leute für die Jobs begeistern, in denen ihr eine Ausbildungmacht?“, war der Fokus. Das hatte gleich zwei positive Effekte: Das Unterneh- men versteht, was den Azubis Spaß macht und sie in der Firma hält. Zudem werden Highlights identifi- ziert, die sich nach außen kommu- nizieren lassen. „Die Befürchtung ist oft, dass man unbedingt einen eigenen So- cial-Media-Kanal braucht und dort zu einem Song wie ‚Happy‘ Tanzvi- deos machenmuss“, sagt Helge Zim- mer. Das sei nicht notwendig. Ne- ben Social Ads, also Anzeigen in so- zialen Netzwerken, könnten ortsge- bundene KMU besonders durch ihr lokales Know-how punkten. Und diese Nähe lasse sich auch offline bespielen – etwa mit bedruckten Brötchentüten, Aufklebern im ÖPNV oder einemBanner beimSportverein. „Es geht darum, möglichst viele Touch Points zu schaffen“, so Zimmer. Von Aktivitäten in Schulen bis hin zu digita- len Medien, auch bei Facebook. „Denn dort finden sich nach wie vor die größten Influencerinnen und Influencer imBereich Ausbildung: Mama und Papa.“ Insgesamt müsse der Bewerbungsprozess nie- drigschwellig gestaltet sein, wie Zimmer anhand des Energiekonzerns HanseWerk-Gruppe erläutert: Nach einem Online-Erstkontakt lade man dort ein junges Talent zum Gespräch oder zu Probearbeiten ein, statt eine Mappe mit Anschreiben einzufordern. Essenziell sei eine aktuelle Internetpräsenz. „Die meisten Suchen nach einemAusbildungsplatz begin- nen heute bei Google und zunehmend auch über KI, wofür relevante Inhalte von der Website gezogen werden“, sagt der Experte. International und praxisnah Auf eine Kombination aus digitaler Strategie und per- sönlicher Ansprache setzt auch das 1879 gegründete Hamburger FamilienunternehmenGebr. Heinemann, das global Shops an Flughäfen und Grenzübergängen, auf Kreuzfahrt- schiffen und Fähren sowie an Bord von Flugzeugen betreibt. Das Enga- gement imRecruiting reicht von aus- gewählten Ausbildungsmessen bis hin zuPlattformenwie LinkedIn. Einwichtiger Anreiz imWerben um Azubis sind die Benefits, die bei Gebr. Heinemann auch Auslands- aufenthalte beinhalten. „Als global operierendes Unternehmen ist es uns wichtig, dass unsere Azubis die Internationalität und das Arbeiten mit Kollegen aus der ganzen Welt während ihrer Ausbildung selbst erleben“, erklärt Stephanie Niesen, Director People & Culture bei Gebr. Heinemann. „Dabei unterstützenwir sie aktiv.“ Besonders praxisnah ist zudem das Angebot für Interessierte, einen Termin mit aktuellen Auszubil- denden ausmachen zu können. „Diese Berichte aus erster Hand helfen, vor einer Bewerbung Unsicher- heit abzubauen, da sie ein reales Gefühl dafür vermit- teln, was einen in der Ausbildung erwartet“, so Nie- sen. „Bei so einem informellen Austausch lassen sich Fragen entspannter stellen, da entsteht ganz viel Ver- trauen.“ Ein guter Weg, um die Fachkräfte von mor- gen erfolgreich persönlich anzusprechen. WWW.HANDELSKAMMER-HAMBURG.DE 31 . - .
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