Februar / März 2020
HAMBURGER WIRTSCHAFT 58 UNTERNEHMENS SICHERHEIT torischen und verhaltenspräventiven Möglichkei ten. Eventuelle Schwachstellen decken die Experten schnell auf. „Sicherungskonzepte sollten immer maßgeschneidert sein“, rät Maren Gorski. Die Bera tungsstelle hält ferner Adressen von zertifizierten Handwerksbetrieben bereit – sogenannte Errichter listen –, die den fachgerechten Einbau von Siche rungstechnik gewährleisten. Zudem berät sie zum Thema Inventurdifferenzen. ZEHN TIPPS ZUM EINBRUCHSCHUTZ Vor der Erstellung eines Sicherungskonzeptes lohnt sich ein Blick in die Versicherungsunter lagen. Manche Policen setzen bestimmte Schutz maßnahmen gegen Einbruch und Diebstahl voraus. Orientierung, welche Maßnahmen im Einzelnen notwendig sind, bietet unter anderem das Institut VdS Schadenverhütung. Türen sollten stets verschlossen sein, auch in der Mittagspause, vor allem aber nach Feier abend. Organisatorisch ist sicherzustellen, wie die internen Zuständigkeiten diesbezüglich sind und welche Mitarbeiter imBesitz welcher Schlüssel sind. Sensible Bereiche sind besonders abzusichern, zum Beispiel über Zutrittsberechtigungen. Türen sollten zudem wenigstens der Wider standsklasse zwei (RC2) entsprechen, eine Nachrüstung etwa mit einem Panzerquerriegel kann denWiderstand ebenfalls deutlich erhöhen. CHAN SIDKI-LUNDIUS redaktion@hamburgerwirtschaft.de Fenster sind immer vollständig zu schließen, für einen Einbrecher ist ein Kippfenster wie ein offenes Fenster. Lüften sollte man nur tagsüber, wennMitarbeiter anwesend sind. RC2Fenster mit einbruchhemmender P4A Verglasung halten Einbruchversuchen min destens drei Minuten stand. Schaufenster und Kellerfenster nicht vergessen! Bei erhöhtem Schutz bedürfnis rät die Polizei eher zu RC3Fenstern. Zusätzlich zum mechanischen bietet sich elektronischer Schutz an. Überwachungs kameras sowie Einbruchmeldeanlagen sind be währte Mittel, um Einbrecher abzuschrecken. Auch entsprechende Hinweisschilder auf die elektro nische Überwachung können hilfreich sein. Zaun anlagen und Beleuchtung (innen und außen) erhö hen für Täter das Risiko, entdeckt zu werden. Über fall und Einbruchmeldeanlagen sollten bei normaler Gefährdungslage VdSKlasse B, bei hoher Gefährdungslage VdSKlasse C mit Aufschaltung auf eine NotrufServiceLeitstelle haben. Ein Alarmplan enthält die wichtigsten Informationen, wie nach Ein gang eines Alarms vorzugehen ist. Wenn durch Kriminalität hohe Kosten drohen, werden gegebenenfalls Revierund Streifen dienste privater Sicherheitsunternehmen wichtig. Mitunter kann auch eine Pförtnerloge hilfreich sein. Einbrecher kennen meistens alle Verstecke. Größere Bargeldbeträge sollten daher nicht in Geschäftsräumen aufbewahrt werden, auch nicht in Attrappen oder Geldkassetten – diese können mit einem Handgriff eingesteckt werden. Besser eignet sich ein Safe mit modernem Zahlenkombinations schloss oder Zeitverschlusssystem – oder die Verwahrung bei der Bank. Sicherheit sollte im Unternehmen stets oberstes Gebot sein. Eine Sensibilisierung der Mitarbeiter ist daher empfehlenswert – wobei der Eigenschutz immer höchste Priorität hat. Seien Sie stets aufmerksam und sprechen Sie Personen an, die sich ohne erkennbaren Grund in den Geschäftsräumen oder auf dem Firmengelände aufhalten. Alarmieren Sie die Polizei, wenn Ihnen etwas Verdächtiges auffällt. Maren Gorski, Leiterin der Kriminalpolizeilichen Beratungsstelle Hamburg 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 FOTO: BERND JONKMANNS
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