Februar / März 2020
HAMBURGER WIRTSCHAFT 46 GESUNDHEITS MANAGEMENT ALEXANDER SIEBERT redaktion@hamburger-wirtschaft.de FOTOS: MARKUS ABELE, PRIVAT management auf drei Säulen gestellt: Medical (be- triebsärztliche Versorgung), Social und Wellbeing“, sagt Rebecca Goßmann – und die beiden letzten Be- reiche sind Antworten auf die neue Arbeitswelt. Der Social-Sektor kümmert sich um Fragen rund um den Arbeitsalltag: Bei Beiersdorf gibt es etwa eine eigene Kita, Konfliktberatung und Trau- erbegleitung. Im Bereich Wellbeing geht es dage- gen um das geistige und körperliche Wohlbefin- den der Mitarbeiter. So können diese in Kursen Stressbewältigung üben und lernen, mit Drucksi- tuationen umzugehen oder Burn-out-Symptome bei Kollegen zu erkennen. Auch Sport gehört zum Angebot. Unternehmen können also einiges bewegen, doch viele lassen die Chance noch ungenutzt. Das zeigt die aktuelle Studie „BGM im Mittelstand 2019/2020“ des Fürstenberg Instituts. Demnach spielt BGM bei fast der Hälfte der befragten Unter- nehmen nur eine untergeordnete Rolle beim Wan- del der Arbeitswelt. Wer die Potenziale der Digitali- sierung wirklich nutzenmöchte, sollte das schnells- tens ändern. Burghard Hermeier u. a. (Hrsg.): Arbeitswelten der Zukunft Das Buch erklärt, welche Auswirkungen die digitale Transformation auf die Arbeitswelt hat, wie sich der Wandel gestalten lässt undwelche Verände- rungenWirtschaft, Verwaltung undGesell- schaft erwarten. Sven Franke u. a.: New Pay Bestehende Entlohnungs modelle sind oft nicht mehr zeitgemäß und für Jüngere unattraktiv. Die Autoren beschreiben, wie sich die Einstellung zum Thema verändert hat und welche Modelle Firmen bereits umgesetzt haben. Lasse Rheingans: Die 5-Stunden- Revolution Neu denken, umerfolg- reich zu bleiben: Unter- nehmer Rheingans erklärt anhand eigener Erfahrun- gen, warumder Fünf- Stunden-Tag zukunfts- weisend ist – undwo die Fallstricke liegen. BÜCHERTIPPS DER COMMERZBIBLIOTHEK Es gibt keine Ruhepausen mehr, und die Abgren- zung wird schwieriger. JULIA SCHARNHORST Die Lösung für dieses Problem lautet: Betriebli- ches Gesundheitsmanagement (BGM). Das heißt, dass sich Unternehmenmit konkretenMaßnahmen und Angeboten für das Wohlbefinden ihrer Mitar- beiter einsetzen – um Fehlzeiten zu reduzieren und die Leistung zu steigern. Im Betrieb die Gesundheit fördern Mit der neuen Arbeitswelt verändern sich jedoch die Anforderungen ans Gesundheitsmanagement. Gerade bei psychischen, aber auch bei physischen Erkrankungen rückt Prävention in den Fokus. „Wir wollen mögliche Krankheitsfälle, die im direkten Zusammenhang mit der Arbeit entstehen, frühzei- tig erkennen“, sagt Anna Schröder, Health Manage- rin bei Barclaycard Barclays Bank. Dafür arbeite sie auf drei Ebenen: der physischen Ebene rund um Körper und Ernährung. Der psychischen Ebene – alles rund um Stressbelastung. Und der sozialen Ebene, bei der es umein angenehmes Betriebsklima und Spaß bei der Arbeit geht. Wer sich auch in der neuen Arbeitswelt erfolg- reich für die Gesundheit seiner Angestellten einset- zenwill, muss also seine Strukturen verändern – wie die Beiersdorf AG. Hier kümmern sich 65 Mitarbei- ter um das Wohlbefinden der mehr als 6000 Kolle- gen. „Wir haben unser Betriebliches Gesundheits- Krankheits- fälle frühzeitig erkennen! ANNA SCHRÖDER
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