Februar / März 2020

HAMBURGER WIRTSCHAFT 42 FOTOS: HOCHBHAN, DINO DESSI ZUKUNFTS VISIONEN Um dem Menschen zu nutzen, müssen Roboter nicht wie Menschen aussehen. SVEN MAGG ERIC LEIMANN redaktion@hamburger-wirtschaft.de sieht im Bereich Medizin und Pflege ohnehin ein vielversprechendes Anwendungsgebiet für intelli- gente Maschinen. So wurde ein kleiner rollender Assistent entwickelt, der Stürze von Senioren si- cher erkennt, weil er sich zu Hause an deren Fersen heftet und Hilfe holt. „Um dem Menschen zu nut- zen, müssen Roboter nicht wie Menschen ausse- hen“, soMagg. Der Ökonom Henning Vöpel, Direktor des Hamburgischen WeltWirtschaftsInstituts, glaubt übrigens nicht, dass durch die neuen intelligenten Maschinen massenhaft Jobs wegfallen werden, wie es die oft fehlinterpretierte Oxford-Studie von Carl Benedikt Frey und Michael A. Osborne 2013 zu verkünden schien. Darin hieß es, dass bis zu 50 Prozent der Jobs durch Digitalisierung, KI und Robotik verloren gehen könnten. Die Studie bezog sich allerdings auf konkrete Tätigkeiten, nicht auf Arbeitsplätze. „Ich erwarte eine Geschäftsmodell- Disruption, nicht aber eine dramatische Massen­ arbeitslosigkeit“, sagt auch Henning Vöpel mit Blick auf die Hansestadt. „Trotzdem werden sich durch KI undRobotik viele Berufstätigkeiten in den nächs- ten Jahren sehr deutlichwandeln.“ FOR- SCHUNG Hamburger Un­ ternehmen erhal- ten in Sachen Künstlicher Intelli- genz und Robotik viel Unterstützung: Forschung und Beratung in diesem Bereich bietet unter anderem die Universität Ham- burg (Fachbereich Informatik, Arbeitsbereich Knowledge Technology; www. uni-hamburg.de ). Das Artificial Intelligence Center Hamburg (ARIC) ist eine öffentliche Initiative, die Unternehmen und Forschung besser vernetzen soll ( www. aric-hamburg.de ). Die Initiative AI.Hamburg veranstaltet unter anderem Work- shops, um die Adaption von KI in Betrieben und Start-ups zu beschleunigen ( www.ai.hamburg ). BeimHealth AI Hub Hamburg, einem Zusammen- schluss von vier KI-Medizin- Start-ups, kommen Unternehmen zusammen, deren Ziel es ist, die Gesundheits­ versorgung mithilfe von KI zu revolutio- nieren ( www. hamburghealth.ai ) . dungen und Vandalismus gegen die digitalen Liefe- ranten. Auch Treppen stellen ein noch nicht zu überwindendes Hindernis dar: Die Ware muss vor der Haustür abgeholt werden. Besser funktionieren Roboter in „geschlossenen Systemen“, in denen weniger Unvorhersehbares passieren kann als im wuseligen Straßenverkehr. Im Hamburger Hafen zum Beispiel übernehmen längst Wasser- und Flugdrohnen Vermessungs- und Inspektionsarbeiten. Am Universitätskrankenhaus Eppendorf sorgen Operationsroboter für präzise Schnitte auf kleinstemRaumoder setzenmit zitter- freier Hand Nähte. Sven Maggs Forschungsgruppe ImSommer startet die zweite Testphase eines autonom fahrenden Elektro- busses der Hoch- bahn Dank Genehmigung darf der Lieferroboter von Starship Tech- nologies auch ohne menschliche Begleiter unterwegs sein

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