Februar / März 2020
BLINDE ZEILE HAMBURGER WIRTSCHAFT 32 LI XXXXXX unsere Arbeitszeit dann anpassen und hochfah ren.“ Zudem verbessere sich die Qualität der Arbeit: „Bei wichtigen Themen guckenwir beide drauf.“ Umfassende Konzepte Stefan Koop besetzt als Headhunter Führungsposi tionen in Unternehmen. Der Geschäftsführende Ge sellschafter von Delta Management Consultants in Hamburg weiß, dass es in kleinen und mittelständi schen Unternehmen oftmals schwieriger umzuset zen ist, wenn eine Abteilungsleiterin nur halbtags arbeiten möchte. „An wen wenden sich die Mitarbei ter, wenn die Chefin nicht da ist?“, benennt er das Problem. Verschärft werde es dadurch, dass Mütter FOTOS: ULRICH PERREY häufig nicht nachmittags arbeiten wollen. Im Sinne der Unternehmen fordert Koop „mehr Flexibilität bei den Frauen, auch in den Nachmittag hinein“. In seinem eigenen Team fängt beispielsweise eine et was ältere Assistentin erst um 14 Uhr an. Konzerne wie die Commerzbank haben da ganz andere Möglichkeiten. Seit 2010 verfolgt das Geld institut das Ziel, den Frauenanteil in Führungsposi tionen auf 30 Prozent zu erhöhen. In Hamburg ist das mit 29,7 Prozent nahezu gelungen. „Bis Ende 2021 wollen wir 35 Prozent erreichen“, so Jörg Zühlke, Personalleiter Norddeutschland bei der Commerzbank. 2019 erhielt das Unternehmen den Helga-Stödter-Preis der Handelskammer Hamburg fürMixed Leadership. „Wenn wir eine Führungsaufgabe zeitlich befris tet unbesetzt haben, bieten wir sie zunächst weibli chen Nachwuchskräften an, damit sie sich auspro bieren können“, erläutert Zühlke. „Für uns hat das den Vorteil, dass wir diese Stelle nicht offenhalten müssen.“ Das Instrument wird seit drei Jahren ange boten, in Hamburg haben schon etwa 15 Frauen mit gemacht. „Der größte Teil ist anschließend in der Führungsaufgabe geblieben“, berichtet Zühlke. Für den Austausch mit Entscheiderinnen gibt es zudem „Job Shadowing“ und „Insights“. Dabei schauen Mitarbeiterinnen einer weiblichen Füh rungskraft eine Woche lang über die Schulter. Pa rallel werdenMentoring-Programme angeboten. Erfolgreiches Teilzeit- Job-Sharing: Alexandra Büßer (r.) und Ann-Kristin Gohlke teilen sich bei Unilever die Position des HR Director Marketing & Sales Leerstände aufgrund von Urlaub oder Krankheit gibt es bei uns nicht. ALEXANDRA BÜSSER NETZ- WERKE Die FOMHoch- schule für Oekono- mie undManage- ment organisiert mit demFrauennetz- werkNord der Deut- schen Telekomein jährliches Frauenfo- rum ( www.fom.de ) . Frauennetzwerke haben auchHPA („50°“) undCom- merzbank („Cou- rage“). Hinzu kom- men Branchen- Netzwerkewie die „Digital Media Women“ ( www. digitalmedia women.de ) oder die „Ladies Logistics Lounge“ (Infos: www.hk24.de ) . Weibliche Füh- rungskräfte sind etwa bei „FIM– Frauen imMana gement“ ( www. femalemanagers. de ) vernetzt.
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