Februar / März 2020
HAMBURGER WIRTSCHAFT 18 NACH GEFRAGT Wie halten Sie es in IhremUnternehmen mit Sabbaticals? ↑ Dr. Cliff Rehr (52) Director Human Resources EMEA Steinway & Sons Wir sehen Sabbaticals als ein wichtiges Instru- ment der wertschätzenden Personalarbeit. Im ver- gangenen Jahr haben wir mit dem Betriebsrat das Wertzeitkonto eingeführt. Es ermöglicht unseren Mit- arbeiter/innen das syste- matische Ansparen von Zeit, welche dann für ein Sabbatical – natürlich nach vorheriger Absprache – eingesetzt werden kann. ← Prof. Manuela Rousseau (64) Stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende Beiersdorf AG Mit moderner Personalpolitik und unseren vielfältigen, auf Vertrauen basierenden Angeboten zum flexiblen Arbeiten unterstützen wir die Leistungsfähigkeit unse- rer Mitarbeitenden und erleichtern ihnen, Beruf und Privatleben zu vereinbaren. Zu diesen Angeboten gehören bei Beiersdorf unter anderem Gleitzeit, mobiles Arbeiten beziehungsweise Homeoffice, Teilzeitangebote und Sabbaticals. ↑ Axel Schneider (53) Intendant Stäitsch Theaterbetriebs GmbH Grundsätzlich finde ich Sabbaticals aus Arbeitnehmersicht eine gute Sache. Bei Privattheatern sind sie aber leider kaum zu realisieren, da alle verzahnt arbeiten, sodass jedes „Räd- chen“ bei Ausfall 1:1 ersetzt werden müsste. Das zeitlich be- grenzt zu realisieren, ist unattraktiv für die Mitarbeiter/innen und das Unternehmen. Bei den Künstler/innen, die meist frei arbeiten, wirtschaftlich also anders aufgestellt sind, bringt ein Weg-vom-Markt-sein noch ganz andere Probleme mit sich. ← Verena Fritzsche (45) Geschäftsführerin (CEO) NIT Northern Institute of Technology Management GmbH Als kleines Bildungsinstitut können wir längere komplette Auszeiten leider nicht anbieten. Aber wir schaffen andere Möglichkeiten. Eine Kollegin war kürzlich für drei Monate in Toronto und hat von dort aus mit reduzierter Stunden- zahl ihre Aufgaben als Online-Marketing-Managerin erledigt. Dem Internet-Zeitalter sei Dank! ↓ Claudia Güsken (48) Vorständin Personal und Betrieb Hamburger Hochbahn AG Am Arbeitsmarkt werden Sabbaticals aus vielfältigen Beweggründen und unab- hängig von der Position aktiv nachgefragt. Bei der Hoch- bahn können Arbeitszeit, Urlaubstage oder Entgelt- anteile auf ein Langzeitkonto eingezahlt werden für Auszei- ten, Weiterbildung oder den früheren Ruhestand. 1000 Mitarbeitende nutzen dies schon – Tendenz steigend! FOTOS: HENRIETTE POGODA, NIT/GILBERT, HOCHBAHN, DANIELLE LIBINE, BO LAHOLA
Made with FlippingBook
RkJQdWJsaXNoZXIy MjI2ODAz