Februar 2018

HAMBURGER WIRTSCHAFT 02 / 18  IM FOKUS 60 MOTIVATION ILLUSTRATION: MARTINA HELD; FOTO: THOMAS LUTHER nehmer“ der Handels­ kammer werbewirksam berichtet wurde ( www.hk24.de/umweltpartnerschaft ). Gesellschaftliches Engagement als Motivation für Unternehmenserfolg – da­ rauf setzen mittlerweile eine Reihe von Hamburger Firmen. So unterstützt die Drogeriemarktkette Budnikowsky www. gemeinwohlboerse.de . Auf der Online- Plattform, die der Ausschuss für Gesell­ schaftliche Verantwortung der Handels­ E r selbst, findet der Hamburger Un­ ternehmer Matthias Schlichtenber­ ger, sei gar kein besonders guter Motivator. Doch mit dieser Einschät­ zung liegt der Geschäftsführer des Internetanbieters pop-interac­ tive in Wahrheit etwas dane­ ben. Tatsächlich motiviert er seine Mitarbeiter jeden Tag erfolgreich aufs Neue – bei­ spielsweise zu mehr Umwelt­ bewusstsein. Entscheidet sich etwa ein Angestellter beim Autokauf für ein E-Mo­ bil, unterstützt Schlichten­ berger dies mit einer Prämie. Fürs kostenlose Stromtanken stellt der Unternehmer darü­ ber hinaus fünf Ladesäulen auf dem Firmengelände be­ reit, aus denen selbstver­ ständlich Ökostrom fließt. „Meine Motivation ist die Verantwortung gegen­ über der nächsten Genera­ tion“, sagt Schlichtenberger. „Sie muss die Chance bekom­ men, noch etwas zu retten.“ Al­ lein durch das klimaneutrale Fah­ ren mit fünf alternativ angetriebenen Firmenwagen vermeidet das Unterneh­ men pro Jahr zehn Tonnen CO₂ und 40 Kilogramm Stickoxide. Schlichtenberger ist davon überzeugt, dass Umweltbewusst­ sein auch hilft, Kunden langfristig zu bin­ den. Konsequent hat er deshalb auch auf die Serviceleistungen der Handelskam­ mer gesetzt, die unter www.hk24.de/ umweltberatung a ufgelistet sind. So ka­ men die Umweltberater direkt zu ihm, er­ mittelten Energie-Sparpotenziale und ent­ wickelten Strategien, diese zu steigern. Jetzt ist Schlichtenberger stolz, dass über sein vorbildliches Energie-Management in der Best-Practice-Broschüre „Umwelt und Klimaschutz in Hamburger Unter­ kammer ins Leben gerufen hat, finden Träger und Unterstützer gemeinnütziger Projekte zu­ sammen. Budnikowsky etwa sammelt Schulranzen für be­ nachteiligte Kinder. „Mit un­ serem Engagement veran­ kern wir uns in der Nachbarschaft jeder Filiale und zeigen, dass uns die Menschen in unserer Nähe wichtig sind“, sagt Ge­ schäftsführer Christoph Wöhlke. Das Konzept kommt an: Beim Kunden­ monitor der Service Barome­ ter AG wurde Budnikowsky unlängst zum beliebtesten Drogeriemarkt Deutschlands gewählt. Auch der Tiefkühlkosther­ steller Frosta setzt auf Verant­ wortungsbewusstsein. Bereits vor 15 Jahren gründete das Un­ ternehmen eine Entwicklungs­ gruppe zum Thema Nachhaltig­ keit. „Wir wollten uns von der Konkurrenz abheben“, sagt Marketingleiter Thorsten Matthias. Ergebnis des Umdenkprozesses war ein Reinheitsgebot, wonach nur fri­ sche Zutaten verwendet und sämtliche Produkte ohne Zusatzstoffe produziert werden sollten. Als Marketingleiter konnte Matthias den Prozess des Umden­ kens auch für seine Zwecke nutzen und die neue Unternehmensphilosophie in der Öffentlichkeit platzieren. Der Erfolg: 2012 erhielt Frosta den Deutschen Nach­ haltigkeitspreis als „nachhaltigste Marke Deutschlands“, und zum zehnten Jahres­ tag der Veranstaltung gab es Ende 2017 auch noch den Jubiläumspreis. Alexander Siebert redaktion@hamburger-wirtschaft.de Telefon 36138-563 Tue Gutes und rede darüber Gesellschaftliches Bewusstsein ist für viele Hamburger Firmen wichtiger Bestandteil einer verantwortungsvollen Unternehmensführung. Willkommene Nebeneffekte: Mitarbeiter werden motiviert, Kunden belohnen das Engagement oft durch besondere Treue.

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