Februar 2018

natürlichen Prozess anstoßen“, erklärt Biologe Pohlner. Dabei machen sie sich eine Eigenschaft spezieller Leberzellen zu- nutze: Diese entwickeln die Toleranz des Immunsystems gegenüber Stoffen, wie sie zum Beispiel in der Nahrung vorkommen. „Durch die wiederholte Gabe von Nano- partikeln, die mit bestimmten Eiweißbau- steinen bestückt sind, setzt ein Erzie- hungsprozess ein“, sagt Jessen. „So werden fremde und körpereigene Prote- ine nicht mehr als gefährlich erkannt und angegangen.“ Das Immunsystem wird darin trai- niert, seine Aufmerksamkeit zu bewah- ren, aber nicht ständig anzuspringen und aktiv zu sein. Denn wenn es fortwährend überreagiert, erschöpft es sich und könnte nicht mehr eingreifen, sobald es wirklich nötig ist. „Das toleriere ich, damit kann ich umgehen“, soll laut Pohlner die kör- pereigene Abwehr erlernen. Er spricht in diesem Zusammenhang von einem „Schlüsselprinzip“. Topas Therapeutics hat seine Wurzeln in dem Projekt „NANOdeLIVER“, das vom Bundesforschungsministerium gefördert wurde und vor einigen Jahren amUniversi- tätsklinikum Hamburg-Eppendorf lief. Mit dem UKE arbeitet das Biotech-Start-up noch immer intensiv zusammen. Weitere Partner sind das Centrum für Angewandte Nanotechnologie (CAN) und das Heinrich- Pette-Institut für Experimentelle Virologie. „Wir sind eine rein Hamburger Unterneh- mung“, sagt Jessen, der aus Flensburg stammt und in Kiel studiert hat. Unterstützt wurde Topas Therapeu- tics in der Vergangenheit auch vom Inno- Clemens Gerlach redaktion@hamburger-wirtschaft.de Telefon 36138-396 HAMBURGER WIRTSCHAFT 02 / 18  TRENDS 39 vations- und Patent-centrum der Han- delskammer (IPC). „Das war für uns wie ein Türöffner“, sagt Pohlner. Für ihre For- schung hat die Firma renommierte Pharmaunternehmen gewinnen können. 18 Millionen Euro Wagniskapital wurden eingeworben, das reicht wohl bis 2020. Doch mehr ist nötig, weshalb es vermut- lich kommendes Jahr eine weitere Finan- zierungsphase geben wird. Zuerst werden aber die firmeneige- nen Labore imdritten Stock des Centrums für innovative Medizin (CiM) am Falken- ried hergerichtet. „Wir sind derzeit acht Mitarbeiter, im Laufe des Jahres werden es 12 bis 15 sein“, kündigt Jessen an, der wie Pohlner schon in anderen Unterneh- men Führungspositionen bekleidete. Der Start in die klinische Phase ist für 2019 angepeilt. Dann soll es erst einmal Tests an Menschen geben, die von einer Haut- krankheit betroffen sind. „Die Nanopartikel mit den auslösen- den Stoffen werden intravenös gespritzt“, berichtet Pohlner. Dazu müssen die Zu- lassungsbehörden allerdings ihre Geneh- migung geben. Das geschieht erst, wenn sicher ist, dass die von Topas entwickel- ten Nanopartikel nicht toxisch sind. Wenn alles gut läuft, kann das innovative Präparat 2024 oder 2025 auf den Markt kommen. Es wäre eine neue Chance, die Krankheiten zu lindern, an denen und unter deren Folgen viele Men- schen leiden. REGNAUER FERTIGBAU – Ansprechpartner vor Ort: Jörg Lindner • Tel. +49 4122 9278091 • lindner@regnauer.de GEWERBEBAU VI TAL • Energieoptimiert bis Plus-Energie • Schlüsselfertig und nachhaltig aus Holz • Schnelles Bauen zum Festpreis BUDGET-PLANER online. www.regnauer.de/obje ktbau Behälter mit Nanopartikeln, die für eine Injektion bereit sind Schematische Darstellung eines Nanopartikels mit angehängten Eiweißbausteinen INNOVATIVES AUS HAMBURG Die Mitarbeiter des Innovations- und Patent- Centrums (IPC) der Handelskammer Hamburg unterstützen bei Fragen rund um gewerbliche Schutzrechte und das Patentmanagement. Basierend auf patentstatistischen Analysen werden zudem jeden Monat für das Technologiebarometer die aktuellen Techniktrends ermittelt. Zusätzlich wird das „Patent des Monats“ gekürt. Informa- tionen dazu sowie zu den Dienstleistungen des IPC finden sich unter www.hk24.de/ipc Innovations- und Patent-Centrum

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